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Chess Tigers
Für Informationsfreiheit
Dazu muss ich etwas weiter ausholen:

Was ist ein Computer?
Ein Computer ist eine Rechenmaschine, die Zahlen verarbeitet. An einen typischen Computer unserer Zeit sind Peripheriegeräte wie Tastatur und Maus (zur Eingabe), Festplatte (zur permanenten Speicherung von Daten), Monitor, Soundkarte oder Drucker (zur Ausgabe) angeschlossen. Über eine Netzwerkkarte ist der Computer mit anderen Computern verbunden und kann Daten austauschen.

Wie werden aus Zahlen die Buchstaben, Bilder, Töne und umgekehrt?
Die Buchstaben etc. werden als Zahlen kodiert. Z.B. werden Buchstaben im ASCII-Code übertragen und gespeichert. Der ASCII-Code ist eine Tabelle bzw. eine Umsetzungsvorschrift, die jedem Buchstaben und verschiedenen Symbolen eindeutig eine Zahl zwischen 0 und 127 zuweist. Es ist eher Zufall, dass sich genau die ASCII-Codierung auf vielen Rechnern durchgesetzt hat. Z.B. ist auf IBM-Grossrechnern der EBCDIC-Code Standard, der jedem Buchstaben eine völlig andere Zahl zuweist. Warum ist das wichtig? Weil im Rahmen der Zensur, des DMCA, bei der Ausweitung des Urheberrechts etc. stets ein "Bild"/"Musikstück" etc. verboten/geschützt werden soll, stattdessen aber die kodierte Repräsentation (z.B. als MP3, WAV, OGG, BMP, JPG, GIF etc., dies sind alles verschiedene Kodierungen) angegriffen wird.

D.h. es soll ein Zahlenstrom, eine Menge an Zahlen, verboten/geschützt werden. Absurd?

Abwarten, es kommt noch dicker. Nehmen wir z.B. eine MP3-Datei. Es handelt sich um einen Zahlenstrom, der solange bedeutungslos ist, bis er von einem bestimmten Computerprogramm oder einer manuell ausgeführten Rechenvorschrift als Eingabe verstanden wird. Wenn ich ein MP3 als Bild interpretiere, d.h. in ein Zeichenprogramm lade, entsteht niemals ein urheberrechtlich geschütztes Musikstück, sondern höchstens ein hässliches Bild.

D.h. es soll ein Zahlenstrom verboten/geschützt werden, weil irgendeine Rechenvorschrift (=Programm) in der Lage ist, diese Eingabe als Musikstück zu interpretieren und an die Soundkarte zu leiten! Dabei zählt es nicht, dass dieser Zahlenstrom eine sinnvolle Eingabe für andere Programme sein kann. Absurd?

Abwarten es kommt nochmal dicker. Ich habe nun ein Programm geschrieben, das eine besondere Kodierungsvorschrift umsetzt (Dank an Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher Bach für die Inspiration): Übergibt man meinem Programm ...[einen beliebigen Text, z.B. die Verfassung der Vereinigten Staaten , den DMCA im Wortlaut oder die zehn Gebote] als Eingabe, produziert es als Ausgabe ... [den DeCSS-Code, den Disneyfilm Aladdin, oder ein Hakenkreuz], das nach dem DMCA verboten ist. Das heisst, das die Verfechter des DMCA nacheinander alle Schriften/Dateien verbieten müssen, die durch mein teuflisches kleines Programm gelaufen sind.

Man sollte sich immer in Erinnerung rufen, dass hier Zahlenfolgen underdrückt/zensiert/verboten werden sollen, und das sogar auf dem eigenen Computer. Programme kann man (hat Herr Gödel zuerst beschrieben) auch als eine grosse Zahl beschreiben. D.h., dass mit den ganzen in Mode gekommenen Verboten in Wirklichkeit das Speichern/Besitzen/Verarbeiten von Zahlen verboten werden soll. Normalerweise sind diese Zahlen nach der Gödelisierung ziemlich gross, aber es stehen ja auch kleine Zahlen unter Schutz, z.B. die 6 Bytes des DVD Xing Player Schlüssels: 81, 103, 103, 197, 224 und ein abschliessendes Nullbyte.

Das heisst, bestimmte Schalterstellungen von den Lampen im und am Haus wird man ebenso verbieten können, da sie als Eingabe für ein Programm dienen können, dass eine bestimmte "verbotene" Zahl ausgibt.

Gegen DMCA

In Amerika wurde das Tragen des T-Shirts mit dem Ausdruck der DeCSS-Rechenvorschrift unter dem DMCA verboten. Es handelte sich um abgedruckte Befehle in einer Programmiersprache, die erst durch einen Compiler (Programm zum Anwenden einer Rechenvorschrift zum Umsetzen in die Maschinensprache des Computers) verarbeitet, und dann mit einem Standard-PC weiterverarbeitet werden mussten, um den eigentlich zu schützenden Vorgang (die Umgehung eines Kopierschutzes) auszulösen. Würde man dieser absurden Rechtsprechung folgen, käme auch die Bibel als Ausdruck einer zu verbietenden Rechenvorschrift in Frage, die mein kleines selbstgeschriebenes Programm zur Verfügung stellt. Bei Eingabe des Bibeltextes führt mein Programm eine verbotene DeCSS-Entschlüsselung durch oder macht etwas anderes "Verbotenes" mit den Zahlenfolgen in meinem Computer.

Fazit:
Mein Programm kann u.a. leicht beweisen, dass die Bibel unter dem absurden DMCA verboten werden muss, weil sie eine unzulässige Repräsentation eines anderen gesellschaftsschädigenden/urheberrechtlich geschützten Werkes darstellt. Das ist wirklich absurd.

D.S. Touretzky hat eine unbeschreiblich unterhaltsame Sammlung von DeCCS-Repräsentationen in Bilder, Schaubildern, verschiedenen Programmiersprachen und sogar in Sprachen, die noch erfunden werden müssen, bereitgestellt: Gallery of CSS Descramblers

Gegen Zensur
Gegen das Urheberrecht
Die tagesaktuellen Medien können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber das Urheberrecht ist so absurd, es kann auch sie treffen. Z.B. wenn ein Fernsehsender die Wettervorhersage präsentiert. Nach der Vorführung des Wetters besitzt der Künstler/Sender an dieser künstlerischen Darbietung das Copyright. Was fällt nun dem Kollegen von der Konkurrenz ein, das Wetter ebenfalls zu berichten? Nach dem Urheberrecht geniesst nun der Künstler und insbesondere seine Erben/Nachfolgegesellschaften bis 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers die Verwertungsrechte. Ich kann mir nur einen Grund vorstellen, weshalb das Urheberrecht 70 Jahre über den Tod des Künstlers hinaus wirkt: Verwertungsgesellschaften ("Disney"). Der Künstler selbst braucht nach seinem Tod nicht geschützt zu werden und es wäre besser, wenn dieses Kulturgut dann endlich in die Public Domain übergehen würde.
Gegen TCPA/Palladium
Gegen Softwarepatente
Kopieren ist das Grundprinzip des Lebens
Das Leben beruht auf der Evolution. Ein Grundprinzip der Evolution ist die Replikation. Unsere Zellen enthalten sogenannte Organellen wie Mitochondrien etc., die bestimmte Aufgaben erfüllen. Man kann sie sich als die Organe der Zelle vorstellen. Man hat überzeugende Theorien dafür, dass diese Organellen ursprünglich selbständige Bakterien waren, die in die Zelle eingebaut wurden.

Erbgut (die Software) vermischt sich andauernd in Lebewesen. Nicht nur in den hochstilisierten 2 Minuten zwischen Paaren der gleichen Gattung, sondern Erbgut von Bakterien, Viren etc. wird irgendwo in irgendwelche Zellen eingebaut.

Die Natur "probiert" nur, und was misslingt, stirbt. So wie wir irgendwann an Krebs sterben, weil irgendeine Zelle verrückt spielt. Die Namen Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs etc. sind keine wissenschaftlichen Bezeichnungen für die tatsächliche Krankheit (Abweichung von der Norm), sondern kennzeichnen nur ganz rudimentär den Ansatzpunkt der Erbgutänderungen. Wie und welche Änderungen das sind, kann man beim heutigen Kenntnisstand der Medizin noch nicht überblicken. Man weiss zwar, dass bei "entarteten Zellen" bestimmte Regulatormoleküle nicht mehr vorhanden sind, aber wer alles diese Änderungen wie hervorruft, liegt im Dunkeln.

Aber was bleibt und überlebt, vermischt und kopiert sich.

Wären unsere Gene nicht so gute Kopiermaschinen, wären wir schon längst ausgestorben.