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So will man Sie betrügen

Kuriositätenkabinett: Warnung vor Hütchenspielern im Frankfurter Rotlichtmilieu

Diese Warnhinweise werden auf die Bürgersteige der Taunusstraße und Kaiserstraße geklebt: "So will man Sie betrügen". Sehen wir mal ab von der ungenauen Übersetzung ins Englische ("Attention! This is how you get cheated"), denn da steht plötzlich etwas von "Achtung!", die Zeitform wurde geändert, und vielleicht gibt es sogar passendere Verben als "cheat", z.B. "fool" oder "dupe".

Das Kurioseste an den Schildern ist nämlich, dass sie im heruntergekommensten Teil des Frankfurter Bahnhofsviertels auf Straßen kleben, über die täglich hauptsächlich der ganze Bodensatz Frankfurts und der Umgebung läuft: Drogenhändler, Prostituierte, Zuhälter, Schläger, Passfälscher, Hehler, illegale Waffenhändler und ihre Kunden. Von den Spielcasinos, Fixerstuben, Bordellen, Sex-Shops, Table-Dance- und Anmachbars, die die Straßen säumen, mal abgesehen.

Ich frage mich, welche "Bedrohung" da die kleine unbedeutende Gruppe der nur selten auftretenden Hütchenspieler darstellen? Die sind doch nun wirklich harmlos gegen all das, was sich da regelmäßig vor und hinter geschlossenen Türen abspielt und vor dem einen niemand warnt.

Heutzutage kann man sogar bei renommierten Banken unverhofft sein Geld verlieren (Stichwort: Lehman-Zertifikate). Davon gibt es ja auch einige im Bahnhofsviertel, aber gewarnt hat da auch noch niemand.
(bw, 2008-12-01)